31.03.2026

Erinnerungen an Pater Leonhard

Ein Lehrer, der mehr als Wissen vermittelte

Pater Leonhard prägte Generationen von Schülerinnen und Schülern nicht nur durch seinen Unterricht in Mathematik, Chemie und Physik, sondern durch eine Haltung, die jeden Einzelnen als einzigartiges Geschöpf sah. Für ihn war Lernen kein mechanisches Füllen, sondern ein Dienst am Menschen – eine Einstellung, die ihm das Vertrauen und die Zuneigung vieler einbrachte.

Er unterrichtete während insgesamt 45 Jahren die Fächer Physik, Mathematik und Chemie. Ob als Pionier der Digitalisierung an der Stiftsschule, als leidenschaftlicher Eisenbahnliebhaber oder als Begleiter auf unvergesslichen Wandertagen mit selbstgebrautem Kräutertee: Pater Leonhard verband Neugier, Fachwissen und eine fast väterliche Fürsorge. In dieser langen Zeit hat er zahlreiche Schülerinnen und Schüler geprägt und für viele den Grundstein ihrer beruflichen Laufbahn gelegt. Auch nach seinem Rückzug vom regulären Unterricht blieb er der Stiftsschule eng verbunden: Er vertrat erkrankte Kolleginnen und Kollegen und erteilte – von den Jugendlichen sehr geschätzte – Nachhilfestunden.

So verwundert es nicht, dass sich rund um seine Person zahlreiche wertschätzende Erinnerungen und Anekdoten gebildet haben, die von seiner Fachkompetenz, seiner Hingabe und seiner menschlichen Wärme zeugen.

Ohne P. Leonhards Neugierde für, und Liebe zu Mathematik, Informatik und allem, was uns half, die physische Welt besser zu verstehen, wären meine Engelberger Jahre nur halb so spannend und sicherlich lange nicht so fruchtbar gewesen. Ob es nun hiess, am HP-59 oder Commodore PC Programme zu entwickeln, oder schier endlose Experimente im Physik Labor durchzuführen: „am Leo sini“ Klassen waren spannend, auch wenn sie manchmal schwer waren. Und seine fast grenzenlose Geduld gab auch denen Hoffnung, die frühschnell zum Schluss gekommen waren, dass sie Mathematik nie verstehen würden.

– Andreas Waldburg-Wolfegg, Matura 1985

Kleine Episode aus dem Schulsekretariat.
P. Leonhard fand, dass nicht nur die Schule in den Genuss von Computern kommen sollten, sondern auch das Schulsekretariat und organisierte einen Commodore mit den damals üblichen Floppy-Disks. Damit begann für mich ein neugieriges Pröbeln an einem absolut fremden ‘Möbel’. Mit Schmunzeln erinnere ich mich an eine erste Unsicherheit, als plötzlich auf dem schwarzen Bildschirm in grüner Schrift die Meldung aufleuchtete: ‘Schliessen Sie zuerst alle Fenster’! Hmm, woher wollte diese Maschine wissen, ob im Büro Fenster offen standen? Aufgeregt rief ich P. Leonhard um Hilfe. In seiner ruhigen, liebenswürdigen und immer sehr geduldigen Art erklärte er mir, dass der Computer mit ‘offenen Fenstern’ nicht meine Bürofenster meinte… Das war der Moment, einen ersten Computerkurs zusammen mit P. Robert in Sarnen zu besuchen, bei dem uns P. Leonhard als Experte und Unterstützer begleitete.

– Elisabeth Brun, Sekretariat 1980-2015

Pater Leonhard war nicht nur ein guter Lehrer, sondern auch ein Menschenfreund. Er konnte sich in uns Jugendliche einfühlen. Ich denke, es war ihm ein Anliegen uns nicht nur mit Schulstoff zu stopfen, sondern uns als Menschen zu formen und uns einen gut gefüllten Rucksack für das Leben mitzugeben. So bleibt uns auch Pater Leonhards wunderbarer Kräutertee aus von uns gepflückten Silber- und Frauenmänteli-Kräutern, ergänzt mit einem Schuss Extra aus seinem Rucksack, in bester Erinnerung.

– Roland Schacher, Matura 1979

Ein Genie – dank ihm gehörten wir zu den ersten Schweizer Gymnasiasten, die Informatikunterricht hatten und mit einem Computer umgehen konnten. Und die Software, die er vor mehr als 40 Jahren entwickelte um auf dem Seetalplatz in Emmen die Lichtsignale dem Verkehrsaufkommen anzupassen, würden vielerorts auch heute noch helfen (z.B. in Bern…).

– Ivo Gut, Matura 1983

Nicht zu vergessen die Eisenbahn im obersten Stock unter dem Dach vom Kollegi. Danke für alles.

– Marcel Maurer

Er hat mir nach Mathe-Mühe an der Kanti sozusagen den Zahlen-Chnopf gelöst, was Basis war für meinen beruflichen Weg…

– Daniel Friedmann, Maturi 1979

Ein unvergesslicher, mitfühlender und nie nachtragender Lehrer.

– Maurus Jakob Weber

Neben vielen anderen Lehrern habe ich zwei in besonders prägender Erinnerung: Pater Roman und Pater Leonhard, der meine Neigung zur Naturwissenschaft erkannt, gefördert und mich begeistert hat und so den Grundstein für mein späteres Physikstudium gelegt hat.

– Alexis von Hoensbroech (Stiftsschüler von 1983-1987)

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