Vereidigung der neuen Schweizergardisten
Wir, die 2. UG, hatten das Glück, als letzte Klasse nach Rom zu reisen. Die Zeit in Rom genossen wir sehr. Der Höhepunkt der Woche kam am Mittwoch. Es fand der wichtigste Anlass für einen Schweizer Gardisten statt: die Vereidigung, ein Fahnenschwur, den jeder Schweizer Gardist ablegt. Er schwört, notfalls sein Leben für den Papst hinzugeben.
Um halb vier standen wir gespannt in der Warteschlange zur Sicherheitskontrolle. Danach wurden wir von vereidigten Gardisten begrüsst, unter anderem vom ehemaligen Stiftsschüler Jan Feierabend. Kurz darauf folgte der Einlass in die vatikanische Audienzhalle. Die Zeremonie begann um fünf Uhr. Nachdem Papst Leo XIV. Platz genommen hatte, traten die Gardisten ein, die von der Musik angeführt wurden und an diesem 6. Mai ihren Schwur ablegen würden. Die Anweisungen wurden von zwei Offizieren gegeben. Die Zeremonie begann mit einer Rede des Kommandanten, die alles enthielt, was ein Gardist bei der Vereidigung schwört. Anschliessend kam der eigentliche Grund der Versammlung: Die Gardisten legten nacheinander ihren Schwur ab. Sie wurden einzeln aufgerufen, packten mit der linken Hand die Fahne und zeigten mit der rechten Hand den Schwur. Dazu riefen sie den Schwur in ihrer Muttersprache, also Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch. Dies war sehr eindrücklich zu sehen. Nachdem die Gardisten ihren Teil vollbracht hatten, gab es noch einzelne Reden. Bevor es zum Apéro ging, hielt Papst Leo XIV. noch eine italienische Rede. Für uns war das ein Moment voller Gänsehaut. Wie viele auf der Welt haben das Glück, mit dem Papst im gleichen Raum zu sein? Wahrscheinlich sehr wenige von uns. Deshalb war es für uns umso schöner, dass wir zu den wenigen Glücklichen gehörten.
Im Anschluss gab es noch etwas Musik, gespielt von der Blaskapelle, bestehend aus einigen Gardisten. Nach diesem eindrücklichen Anlass ging es gleich weiter zum Apéro. Dieser war nur für speziell geladene Gäste. Dort lernten wir viele verschiedene, spannende Personen kennen – unter anderem den Abt von Einsiedeln, verschiedene Bischöfe, Offiziere der Schweizergarde, Leute von verschiedenen Vereinen, einen Leibwächter des Präsidenten von Italien und natürlich auch noch verschiedene Ehrengäste aus dem diesjährigen Gastkanton Thurgau. Voller Eindrücke ging es für uns anschliessend zum Abendessen. Wir erinnern uns gerne an diese spannenden drei Stunden zurück.
Yael, Pascale, Valerie und Josiane
2. UG

